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Gegen Übergewicht, Sucht, Depressionen: Neue Studien zeigen Wirkung von Hypnose

Viele Menschen stehen der Hypnose skeptisch gegenüber – weil sie nicht wissen, was sich wirklich dahinter verbirgt. FOCUS-Online-Expertin Kim Fleckenstein erklärt, warum die Heilmethode kein Humbug ist und niemand den peinlichen Kontrollverlust fürchten muss.

 

·         Über 200 internationale Studien belegen die Wirksamkeit der Hypnose.

·         Hypnose kommt mittlerweile sowohl bei Zahnarztangst als auch bei Brustkrebs-Patienten zum Einsatz.

·         Die Methode kann ganz entspannt das Verhalten verändern.

Viele Menschen kennen Hypnose nur aus dem Fernsehen: Da sitzen Menschen, die scheinbar willenlos sind und plötzlich auf Kommando gackern oder bellen. Stopp! Denn diese Show hat nichts mit medizinischer Hypnose zu tun. Über 200 internationale Studien (darunter die der Unis Tübingen, Washington und London) belegen deren Wirksamkeit.

 

Über die Expertin

Als Hypnosetherapeutin und Meditationstrainerin möchte Kim Fleckenstein möglichst viele Menschen erreichen. Daher hat sie nicht nur ihre Praxis in München, sondern bietet auch Online-Kursesowie Hypnose- und Meditations-Hörprogrammen.

Sie gibt außerdem Meditations-Seminare, schreibt Ratgeber und verrät in ihrem Podcast „Selbstläufer“Tipps für ein selbstbestimmtes Leben.

 

Und das in verschiedensten Einsatzbereichen: Menschen nehmen erfolgreich ab mit Hypnose und halten das neue Gewicht. Sie hören auf mit dem Rauchen, werden Depressionen, Ängste oder Süchte los. In Zahnarztpraxen wird die Hypnose inzwischen genauso als natürliches Schmerzmittel eingesetzt wie im Kreißsaal (Hypnobirthing).

 

Aktuelle Studienergebnisse

Im Rahmen einer 2018 veröffentlichten Studie brachte Narkoseärztin Marie-Elisabeth Faymonville von der Universitätsklinik in Lüttich 68 Patientinnen mit Brustkrebs bei, sich selbst zu hypnotisieren. Diese Frauen waren bereits nach sechs Sitzungen weniger ängstlich, depressiv und konnten besser schlafen als die in der Vergleichsgruppe, die keine Hypnose benutzt hatten.

 

Die Universitätsklinikum Jena untersuchte 2017 in einer Metastudie, welche nicht-medikamentösen Maßnahmen gegen Zahnarztangst helfen. 29 Studien mit rund 3000 Teilnehmern wurden dafür unter die Lupe genommen. Musikhören und Entspannungsübungen zählten zu den eingesetzten Mitteln. „Die mit Abstand besten Ergebnisse zeigten sich beim Einsatz von Hypnose", so Psychologin und Studien-Leiterin Jenny Rosendahl. „Der Aufwand für Hypnose muss nicht groß sein, in den untersuchten Studien kamen die Anweisungen hierfür vom Band."

 

So kann Hypnose das Verhalten ändern

Hypnose ist ein Zustand der Tiefenentspannung. Und in dem lassen sich körperliche Reaktionen steuern, auf die man im Wachzustand keinen willentlichen Einfluss hat. Auch bestimmte Hirnareale, die für das Schmerzempfinden zuständig sind, lassen sich unter Hypnose an- oder ausschalten.

Laut wissenschaftlicher Untersuchungen sprechen ungefähr 90 Prozent aller Menschen auf Hypnose an. Ob es klappt, hängt davon ab, wie gut man sich auf etwas konzentrieren kann und wie beeinflussbar man ist.

Jeden Tag suggeriert sich der Mensch etwas – vieles ist gut, manches weniger gut. Bei Problemen wie Ängsten, Schmerzen oder Süchten beherrschen ihn bestimmte Gedanken und Gefühle, so dass er meint, an nichts anderes mehr denken zu können.

Unter Hypnose wird den Betreffenden etwas Neues und für sie Besseres suggeriert. Der Therapeut unterlegt seine Sätze mit Bildern und Gefühlen. Das Gesagte fühlt sich daher so wahr und real an, dass das Unterbewusstsein es als neue Richtung anerkennt, in die es sich ab sofort entwickeln möchte.

Keine Angst vor Kontrollverlust

Übrigens: Kein Mensch verliert unter Hypnose die Kontrolle. Im Gegenteil: Er gewinnt sie zurück – und zwar über Situationen, in denen er sich bisher ausgeliefert fühlte (zum Beispiel bei Panikattacken, Flugangst, Spinnenphobie oder chronischen Schmerzen). Und für einen so großen Gewinn an Lebensqualität lohnt es sich doch allemal, Hypnose unter fachkundiger Anleitung auszuprobieren.

 

 

Quelle: focus.de / Artikel veröffentlicht 25.10.18

Link: https://www.focus.de/gesundheit/experten/kim_fleckenstein/